Italienischer Garten

Im Gegensatz zu den Französischen Gärten, in denen durch strenge Formen die Macht ihres Besitzers demonstriert wird und Asiatischen Gärten, in denen Wasser und Steine dominieren und Pflanzen nur eine untergeordnete Rolle spielen, bilden Italienische Gärten eine perfekte Symbiose mit dem Haus zu dem sie gehören. Ein Italienischer Garten verschmilzt mit dem Haus und der Landschaft, sie bilden eine Einheit.

Schon im antiken Rom ließen reiche Bürger und Senatoren um ihre Landhäuser vor der Stadt fantasievolle Gärten anlegen.

Der Erzieher Neros und große Philosoph Seneca sagte über seinen Garten: "Hier bin ich fröhlich und lebhaft und mit meinem Verstand ist alles zum Besten." Hier gewährte er Familien nach dem verheerenden Brand Roms im Jahre 64 Obdach und Schutz.

Im Laufe der Jahrhunderte geriet die Kunst der Italienischen Gärten wieder in Vergessenheit. Erst zur Zeit der Renaissance besannen sich Landadelige wieder auf die Schönheit dieser Gärten und begannen die Gartenarchitektur zu perfektionieren. Vor allem in der hügeligen Landschaft der Toscana wurde der Italienische Garten zu einem festen Bestandteil eines jeden Hauses.

Ausgerichtet nach der Mittelachse des Hauses, wird diese Linie exakt im Garten weitergeführt. Querachsen schneiden geometrisch perfekt die zentrale Achse. Die so entstandenen Nischen und Zwischenräume können wie in der Toscana, auf verschiedenen Ebenen sein oder harmonisch und fließend ineinander übergehen. Schwerpunkte eines Italienischen Garten sind die immergrünen Gehölze, wie Zedern, Pinien oder Buchsbaum.

Dazu kommen blühende Elemente wie Magnolien und Rhododendron. Laubengänge, bewachsen mit wildem Wein oder Efeu und Pergolen mit Kletterrosen und Bougainvillea vervollständigen das Bild. Rechts und links zur Zentralachse runden rechteckig angelegte Teiche mit Seerosen einen Italienischen Garten perfekt ab. So wird der Garten ein Teil der Landschaft oder umgekehrt.