Ornamentaler Garten
Die Entscheidung zu einem ornamentalen Garten will wohl überlegt sein, denn die Perfektion, die eine solche Anlage erfordert, muss mit viel Zeit, Aufwand und zumeist auch Rückschlägen erkauft werden.
Als ornamentale Gärten lassen sich bereits Formen des Renaissance-Gartens bezeichnen; der Barockgarten jedoch ist ein ornamentaler Garten per se. Gegenmodelle sind der "unaufgeräumte" Bauerngarten oder der die Natur imitierende Englische Garten. Er zeichnet sich durch eine klare, symmetrische Gliederung aus, in dem er zumeist von einer zentralen Hauptachse und einer Querachse durchzogen wird. Im Schnittpunkt dieser Achsen können sich beispielsweise ein Brunnen oder eine Plastik befinden. Die einzelnen Beete des ornamentalen Gartens werden zumeist von niedrigen (Buchsbaum-) Hecken begrenzt, Kieswege, und Eckpunkte markierende Elemente (Vasen, Plastiken) geben zusätzlich Struktur. Nicht nur Brunnen und Fontänen sind Gestaltelemente dieser Gartenform, das Wasser betont nun zusätzlich in gerade verlaufenden Kanälen die Geometrie der Gartenanlage.
Auch die Bepflanzung eines ornamentalen Gartens ist ganz auf die ihm zugrunde gelegte Ordnung ausgerichtet. Gehölze werden regelmäßig in Form gebracht, Blühpflanzen erneuert oder zumindest von verwelkten Blüten befreit, um Gelegenheit zum Neuaustrieb zu geben. Grasflächen schießen hier nicht "ins Kraut", und Wildwuchs jeder Art wird von einem ornamentalen Garten ferngehalten.
Der ornamentale Garten ist ursprünglich ein reiner Ziergarten (das englische "ornamental garden" wird weit weniger streng und oft lediglich in dieser Bedeutung gebraucht), doch auch Kräutergärten lassen sich ornamental gestalten. Ebenso vertragen die ohnehin jährlich zu schneidenden Obstgehölze ein ornamentales Umfeld - nicht nur Zitronen- und Orangenbäumchen, sondern auch Äpfel oder Birnen lassen sich so in einen ornamentalen Garten integrieren. Auch Wein an Spalieren kann als graphisches Element, beispielsweise zur Überbrückung von Höhenunterschieden, eingesetzt werden.
Sitzgruppen können fest in den Garten integriert werden - vorzugsweise durch Bänke oder Pavillons, die einen Blick auf die Anlage gewähren, ohne die Sicht über die Achsen einzuschränken.