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Zitronengras im Kübel pflanzen und überwintern

Zitronengras lässt sich auch in Deutschland ziehen, am zuverlässigsten jedoch im Kübel: Die tropische Staude liebt Wärme und Sonne, verträgt aber keinen Frost. Im Sommer steht sie an einem geschützten, hellen Platz draußen; vor den ersten kalten Nächten kommt der Topf ins Haus. So kannst du das aromatische Gras kultivieren, ohne es dem wechselhaften Freilandwetter auszusetzen.

Zitronengras Zitronengras hat nichts mit der Zitronen Pflanze zu tun Foto: www.gartenpflanzen-infos.de

Standort und passender Topf

Wähle einen vollsonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Platz. Eine Südwand oder ein geschützter Balkon kann die Wärme speichern, doch der Topf darf sich an heißen Tagen nicht völlig aufheizen oder austrocknen. Ein Gefäß mit mindestens etwa 25 bis 30 Zentimetern Durchmesser bietet einer jungen Pflanze zunächst Raum; kräftige Horste benötigen später mehr Platz. Wichtig ist ein Abzugsloch. Wasser, das im Übertopf stehen bleibt, kann die Wurzeln schädigen.

Verwende eine strukturstabile, nährstoffreiche Pflanzerde, die Wasser hält, ohne dauerhaft nass zu bleiben. Bei sehr dichter Erde lässt sich die Durchlässigkeit mit geeignetem mineralischem Material verbessern. Drücke das Substrat nicht fest zusammen. Die Pflanze braucht während der Wachstumszeit Wasser und Nährstoffe, aber keine ständig durchnässte Erde. Anders als eine gewöhnliche Kräuterpflanze für das Beet ist Zitronengras in unseren Breiten auf einen mobilen Standort angewiesen. Hinweise zur Wahl des Substrats findest du bei Erde für Pflanzen im Kübel.

Zitronengras pflanzen und nach draußen bringen

Setze die Pflanze so tief in den Kübel, wie sie zuvor im Anzuchttopf stand, und gieße sie an. Ein frisch gekaufter Horst kann zunächst einige Tage hell und warm im Haus bleiben. Sobald Nächte frostfrei und mild sind, darf er nach draußen. Gewöhne ihn schrittweise an Sonne und Wind: Stelle den Kübel zuerst an einen geschützten Platz und rücke ihn nach einigen Tagen an seinen endgültigen Standort. So vermeidest du, dass die Blätter nach dem Wechsel plötzlich verbrennen oder austrocknen.

Die beste Entwicklungszeit liegt in den warmen Monaten. Neue Halme wachsen aus der Basis des Horstes; zugleich können ältere äußere Blätter gelb oder braun werden. Entferne nur abgestorbene Blätter mit einer sauberen Schere. Die langen Blattkanten können scharf sein, deshalb sind Handschuhe beim Teilen und Zurückschneiden sinnvoll. Wenn der Topf gut durchwurzelt ist oder der Horst sehr dicht wird, kann er im Frühjahr geteilt werden. Jedes Teilstück sollte mehrere kräftige Triebe und Wurzeln behalten. Setze die Stücke anschließend in frisches Substrat.

Gießen und düngen

Während Zitronengras wächst, sollte der Wurzelballen gleichmäßig leicht feucht bleiben. Prüfe die obere Erdschicht mit dem Finger und gieße, wenn sie abzutrocknen beginnt. Bei Wärme, Wind und in kleinen Töpfen kann das häufiger nötig sein als bei kühlem Wetter. Gieße überschüssiges Wasser aus dem Übertopf ab. Im Winter sinkt der Verbrauch deutlich; dann erst wieder gießen, wenn die Erde spürbar trockener geworden ist. Ein starrer Wochenplan passt deshalb nicht für jede Wohnung und jeden Standort.

Im Frühjahr und Sommer kannst du einen für Kübelpflanzen geeigneten Dünger nach Packungsangabe verwenden. Beginne erst, wenn die Pflanze sichtbar wächst. Eine maßvolle Versorgung reicht in der Regel; mehr Dünger beschleunigt die Ernte nicht automatisch. Frische, vorgedüngte Erde enthält zunächst Nährstoffe. Bei blassen Blättern prüfe zuerst Licht, Temperatur, Wurzelfeuchte und den Zustand der Erde, statt die Düngermenge sofort zu erhöhen. Ähnliche Kübelgrundlagen gelten für Basilikum und Rosmarin, deren Ansprüche im Detail jedoch verschieden sind.

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Frostfrei und hell überwintern

Räume den Kübel ein, bevor Nachtfrost angekündigt ist. Ein heller, kühler und frostfreier Platz ist günstiger als ein dunkler, stark beheizter Raum. Für Zitronengras werden beispielsweise etwa 6 bis 10 °C als Überwinterungstemperatur empfohlen; die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf nennt diese Spanne in ihrem Anbau-Steckbrief. Ist nur ein wärmerer Platz verfügbar, achte besonders auf ausreichend Licht und darauf, dass die Pflanze nicht direkt über einer Heizung steht. Allgemeine Hinweise zum passenden Platz in der Wohnung bietet der Beitrag über Zimmerpflanzen.

Bei kühler Überwinterung wächst das Gras langsamer. Gieße sparsam, lasse den Ballen aber nicht vollständig austrocknen und kontrolliere gelegentlich auf abgestorbene Pflanzenteile. Dünge während dieser Ruhezeit nicht. Im Frühjahr kannst du den Horst aus dem Topf nehmen, abgestorbene Wurzeln entfernen und eine zu dichte Pflanze teilen. Frisches Substrat und allmählich mehr Wärme helfen beim Start in die nächste Saison. Weitere Hinweise zu frostempfindlichen Küchenpflanzen findest du unter Kräuter überwintern.

Halme ernten und in der Küche verwenden

Ernte erst, wenn der Horst mehrere kräftige Halme gebildet hat. Schneide einzelne äußere Stängel nahe der Basis ab, statt den ganzen Horst auszureißen. Die hellen, festen unteren Abschnitte sind besonders aromatisch; sehr harte äußere Blätter werden meist nicht mitgegessen. Für Suppen und Schmorgerichte kann ein Stängel leicht angedrückt mitziehen und vor dem Essen wieder herausgenommen werden. Fein geschnittene, zarte Stücke lassen sich in Gerichten mitgaren. Probiere zunächst eine kleine Menge, denn das zitronige Aroma ist intensiv.

Das Zitronengras hat botanisch nichts mit dem Zitronenbaum zu tun: Es ist ein Süßgras, während Zitrusfrüchte an Gehölzen wachsen. Seine frischen Halme dienen vor allem als Küchenkraut. Aussagen über eine medizinische Wirkung sind kein Grund, es als Arznei zu verwenden. Wenn du den Horst regelmäßig beerntest und ihm im Sommer Wärme sowie im Winter einen frostfreien Platz gibst, kann er über mehrere Jahre im Kübel bleiben.

 

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