Zum Inhalt

Basilikum pflanzen, pflegen und ernten

Basilikum ist ein wärmeliebendes Küchenkraut, das sich im Beet, im Topf und auf einer hellen Fensterbank kultivieren lässt. Die Auswahl reicht von großblättrigem Genoveser Basilikum bis zu kleinblättrigen, roten oder aromatisch abweichenden Sorten. Entscheidend für kräftiges Wachstum sind ein warmer Platz, gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe und regelmäßiges Ernten. Die Pflanze reagiert empfindlich auf Kälte und sollte erst nach den letzten Frösten dauerhaft ins Freie.

Basilikum Basilikum im Topf gedeiht an warmen hellen Standorten wie dem Fensterbrett besonders gut Foto: www.gartenpflanzen-infos.de

Sorten und Standort auswählen

Für Pesto und mediterrane Gerichte wird häufig großblättriges Genoveser Basilikum verwendet. Kleinblättrige Sorten eignen sich gut für Töpfe und kompakte Beete. Rote, Zitronen- oder Thai-Basilikum bringen andere Aromen und Blattfarben mit; Geschmack, Wuchshöhe und Wärmebedarf unterscheiden sich je nach Sorte. Prüfe Saatgut- oder Pflanzenetiketten und berücksichtige, ob du das Kraut vor allem ernten oder auch blühen lassen möchtest.

Basilikum braucht viel Licht und Wärme, verträgt aber an sehr heißen, trockenen Plätzen einen leichten Schutz vor der stärksten Mittagssonne. Im Freiland gedeiht es an einem sonnigen, windgeschützten Platz. Der Boden sollte humos und durchlässig sein. Im Topf ist ein Gefäß mit Abzugsloch wichtig; überschüssiges Wasser darf nicht im Übertopf stehen bleiben. Für einen gemischten Kräuterbereich findest du weitere Pflanzen in der Übersicht Kräuter im Garten. Wer zusätzlich mediterrane Arten kultiviert, kann den Platz mit Rosmarin ergänzen, braucht für ihn aber andere Ansprüche an Erde und Überwinterung zu beachten.

Aussaat, Jungpflanzen und Einpflanzen

Die Aussaat im Haus gelingt ab dem Frühjahr an einem hellen, warmen Platz. Basilikumsamen sind lichtkeimend und werden nur dünn mit Erde bedeckt oder leicht angedrückt. Halte die Oberfläche gleichmäßig feucht, ohne sie zu vernässen. Wenn die Sämlinge mehrere Blätter entwickelt haben, können sie vorsichtig vereinzelt oder in kleine Töpfe gesetzt werden. Vorgezogene Pflanzen dürfen erst nach Ende der Frostgefahr ins Freie. Gewöhne sie über einige Tage an Sonne und Außenbedingungen, bevor sie dauerhaft ausgepflanzt werden.

Gekaufte Supermarkt-Basilikumtöpfe enthalten oft viele eng stehende Triebe. Teile den Wurzelballen behutsam in mehrere kleinere Büschel und setze diese in größere Töpfe mit frischer, durchlässiger Erde. So bekommen die Pflanzen mehr Raum und die Wurzeln können Wasser und Nährstoffe besser erschließen. Beim Umtopfen den Stängel nicht tiefer einsetzen als zuvor und anschließend gründlich angießen. Im Beet bleibt zwischen den Pflanzen Luft, damit das Laub nach dem Gießen abtrocknen kann.

Richtig gießen und sparsam düngen

Prüfe die Erde regelmäßig: Sie soll nicht völlig austrocknen, aber auch nicht dauerhaft nass sein. Gieße möglichst direkt auf die Erde statt über die Blätter. Kleine Töpfe und sonnige Fensterplätze trocknen schneller aus als ein Beet; ein starrer Gießplan passt deshalb selten. Morgens zu gießen gibt der Pflanze Zeit, Wasser aufzunehmen. Sind Blätter schlaff, kontrolliere erst die Feuchtigkeit und den Abfluss, bevor du erneut wässerst.

Bei guter, humoser Erde braucht Basilikum nur wenig zusätzliche Nahrung. In einem Topf können Nährstoffe mit der Zeit knapp werden; eine sparsame Düngung nach Produktangabe ist dann ausreichend. Zu viel Dünger ist keine Abkürzung zu besseren Blättern und kann das Aroma beeinträchtigen. Entferne abgestorbene oder beschädigte Blätter und prüfe die Pflanze gelegentlich auf Blattläuse oder andere Veränderungen. Eine luftige Aufstellung und passende Wasserversorgung helfen, die Pflanze vital zu halten.

Anzeige

Ernten, schneiden und Blüte steuern

Ernte nicht nur einzelne Blätter am unteren Teil des Stängels, sondern schneide Triebspitzen knapp oberhalb eines Blattpaares ab. Dort können sich neue Seitentriebe bilden, sodass die Pflanze buschiger weiterwächst. Regelmäßiges Ernten hält sie kompakt. Schneide jedoch nicht auf einmal alle Triebe stark zurück; die Pflanze braucht genügend Blätter für weiteres Wachstum. Verwende saubere Schere oder Finger und ernte möglichst kurz vor dem Kochen, denn frische Blätter verlieren ihr Aroma beim langen Lagern.

Wenn du Samen gewinnen möchtest oder Blüten für Insekten stehen lassen willst, lass einzelne Triebe blühen. Die Blüte beendet nicht sofort das Wachstum, doch ältere Pflanzen können sich verändern und weniger zarte Blätter bilden. Entferne verblühte Triebe, wenn du die Blattproduktion weiter fördern willst. Für einen längeren Vorrat lassen sich Basilikumblätter zu Pesto verarbeiten oder portionsweise einfrieren. Trocknen ist möglich, doch das Aroma ist danach oft weniger ausgeprägt als bei frischem oder tiefgekühltem Kraut.

Verwendung und kühle Jahreszeit

Frische Blätter passen zu Tomaten, Gemüse, Salaten, Suppen und Saucen. In warmen Speisen wird Basilikum meist erst gegen Ende der Zubereitung zugegeben, damit sein Duft erhalten bleibt. Für klassisches Pesto werden Blätter mit Öl, Knoblauch, Nüssen oder Kernen und Käse verarbeitet; Zutaten und Mengen lassen sich nach Geschmack variieren. Wasche geerntete Blätter vorsichtig und tupfe sie trocken.

Basilikum ist nicht winterhart. Kübelpflanzen können bei ausreichend Licht und Wärme zeitweise drinnen weiterwachsen, verlieren bei wenig Licht aber oft an Kraft. Im Freiland wird die Pflanze durch Frost beendet. Plane für die nächste Saison eine neue Aussaat oder Jungpflanzen ein. Tipps für die kalte Jahreszeit bei mehrjährigen Kräutern stehen unter Kräuter überwintern; Basilikum selbst wird gewöhnlich als einjährige Sommerpflanze behandelt. Mit Wärme, passender Wassermenge und regelmäßigem Triebschnitt liefert es während der Saison frische Blätter für Küche und Balkon.

 

Anzeige