Der Kirschbaum: Von Mythos und Nutzen
(Jahreszeiten)
Nicht nur das wunderschöne Holz der Kirschbäume ist sehr beliebt- die Bäume spenden mit ihren Früchten einen wichtigen Beitrag zur Volksmedizin.
Bereits seit Jahrhunderten wird der Kirschbaum gepflanzt und gepflegt. Er wird ungefähr so alt wie ein Mensch und erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern. Die Kirsche ist sehr Spätfrostempfindlich und daher nicht mehr in Nordosteuropa in ihrer natürlichen Verbreitung zu finden.
Alles im Gleichgewicht
Die Vogel-Kirsche verfügt über Nektardrüsen am Blattstiel, mit denen sie außerhalb der Fruchtsaison Ameisen anlockt. Diese fressen dann Raupen, durch die Blätter zerstört worden wären. Falls aber dieses Zusammenspiel einmal nicht fruchtet, aktiviert sie ihren Gummifluss, der dem harz von Nadelbäumen entspricht. Krankheitserreger gelangen so nicht in den Stamm.
Mystische Verwendung
Rot wie die Kirsche ist auch die Liebe und vielleicht stammt daher der Brauch, am Barbaratag, dem 4. Dezember. Heiratswillige Mädchen stellen geschnittene Kirschzweige in ein Wasserglas und erwarten dadurch Hinweise auf ihren zukünftigen Ehegatten. Dieser Brauch existiert mindestens seit dem 13. Jahrhundert. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Heiligen Barbara und dem Kirschzweig? Die Nothelferin wurde von ihrem Vater ins Gefängnis gebracht, da sie sich zum Christentum bekannte. Hierbei blieb ein Kischzweig in ihrem Gewand hängen, den sie ins Wasser stellte. Er blühte genau an dem Tag, an dem die Heilige zum Tode verurteilt wurde.
Gesundheitspflege
Bereits im 16. Jahrhundert trug Hieronymus Bock in seinem „Kreuterbuch“ allerlei Rezepte und Anwendungen rund um den Kirschbaum zusammen. Seine Angaben sollten helfen gegen: Magersucht, Nierensteinen, Verstopfung oder auch gegen „Böse Weiber“. Rezepturen für mehr Gesprächigkeit bezogen sich wider Erwarten nicht auf das Kirschwasser aus wilden Vogelbeeren, wenngleich dieses ebenfalls als Medizin eingesetzt wurde.
Das Holz
Das edle Holz war besonders in der Epoche des Louis XVI beliebt und in der Biedermeierzeit dem damals so beliebtem Nussbaumholz irgendwann vorgezogen. Noch heute sind Möbel aus dem Holz mit dem warmen Ton sehr beliebt.
Kleine rote Freunde
Wer keinen Platz in seinem garten für einen Kirschbaum hat, aber die süßen Früchte dennoch gerne genießen möchte, kann eine Mini-Kirsche pflanzen oder im Topf auf die Terrasse stellen. Sie liefert nicht nur köstliche Kirschen, sondern bildet einen schönen Farbtupfer zwischen vielen Pflanzen.
Saskia Epler
Foto: Dagobert Wiedamann
Datum: 24.08.2010
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