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Erbsen und Bohnen richtig anbauen und ernten

Erbsen und Bohnen gehören zu den Hülsenfrüchtlern und eignen sich auch für den Hausgarten. Neben der Ernte haben sie eine Besonderheit: An ihren Wurzeln können sich Knöllchen mit stickstoffbindenden Bakterien bilden. Das funktioniert je nach Art, Boden und vorhandenen Bakterien unterschiedlich gut und ersetzt weder eine passende Fruchtfolge noch die Pflege des Bodens. Für den Anbau sind Platz, Wärmebedarf, Rankhilfe und Erntezeit entscheidender als eine pauschale Empfehlung für die ganze Pflanzenfamilie.

Erbsen und Bohnen passend auswählen

Erbsen keimen und wachsen meist in der kühleren Jahreszeit gut; die Aussaat erfolgt entsprechend Sorte und örtlichem Klima im Frühjahr. Buschbohnen brauchen dagegen ausreichend warme Erde und dürfen nicht in kalten, nassen Boden gesät werden. Stangenbohnen ranken und benötigen ein stabiles Gerüst. Buschbohnen bleiben niedriger, brauchen aber trotzdem genug Luft zwischen den Pflanzen. Bei jeder Art unterscheiden sich Reifezeit, Wuchshöhe und Verwendung. Auf dem Saatgut stehen die passenden Angaben zu Aussaat, Abstand und Ernte.

Wähle einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz mit durchlässigem, humosem Boden. Staunässe kann Wurzeln schädigen; sehr trockener Boden erschwert die Blüten- und Hülsenbildung. Lockere die Erde, entferne Wurzelunkräuter und arbeite nur bei Bedarf etwas reifen Kompost ein. Eine hohe Stickstoffdüngung ist bei Hülsenfrüchten nicht automatisch nützlich und kann Blattwachstum auf Kosten der Hülsen fördern. Ein sonniger Standort, gleichmäßige Feuchte und ein guter Bodenaufbau sind meist wichtiger.

Saatgut für Erbsen und Bohnen

Aussaatzeit, Wuchshöhe und Rankbedarf unterscheiden sich zwischen Erbsen- und Bohnensorten. Vergleichen Sie die Sortenangaben und planen Sie ausreichend Platz für die gewählte Kultur ein.

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Aussaat und Rankhilfe

Säe Erbsen in Reihen oder Gruppen in der Tiefe, die auf der Saatguttüte angegeben ist. Bei Bohnen wartest du, bis der Boden sich erwärmt hat; eine gestaffelte Aussaat kann die Ernte verteilen. Beachte die empfohlenen Reihen- und Pflanzenabstände. Zu dichte Bestände trocknen nach Regen langsamer ab und sind schwerer zu beernten. Setze die Rankhilfe für kletternde Sorten frühzeitig, damit du später nicht die Wurzeln beschädigst. Stangen, Schnüre oder ein Gitter müssen stabil verankert sein und zur Höhe der Sorte passen.

Schütze frische Aussaat vor Vögeln oder Schnecken, falls diese am Standort ein Problem sind. Kontrolliere die Pflanzen regelmäßig und entferne beschädigte Teile. Bei längerer Trockenheit wird im Wurzelbereich gegossen, ohne die Pflanzen dauerhaft nass zu halten. Eine Mulchschicht kann Wasser sparen, darf aber nicht auf die Keimlinge gehäuft werden. Erbsen und Bohnen brauchen keine tägliche Pflege, profitieren aber von regelmäßigen Kontrollen, wenn Blüten und Hülsen entstehen.

Ernten, Fruchtfolge und Boden

Ernte Erbsen und Bohnen in dem Reifezustand, den du verwenden möchtest; die Sorte bestimmt, ob junge Hülsen oder ausgereifte Samen genutzt werden. Regelmäßiges Pflücken kann die Bildung weiterer Hülsen unterstützen. Lasse nur ausgewählte Pflanzen vollständig ausreifen, wenn du Saatgut gewinnen möchtest. Verwende dafür gesunde, sortenechte Pflanzen und beachte mögliche Kreuzungen bei der Saatgutgewinnung. Nach der Ernte können Wurzeln mit ihren Knöllchen im Boden verbleiben, sofern keine Pflanzenkrankheit dagegen spricht. Erntereste werden je nach Zustand kompostiert oder entsorgt.

Baue Hülsenfrüchte nicht jedes Jahr direkt am selben Platz an. Eine Fruchtfolge hilft, die Anreicherung artspezifischer Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden. Die Stickstoffbindung ist kein verlässlicher Ersatz für alle Nährstoffe und Bodenmaßnahmen. Beobachte den Boden und plane verschiedene Pflanzenfamilien in wechselnder Folge. Für eine abwechslungsreiche Gemüsefläche zeigt der Gemüseratgeber weitere Kulturgruppen.

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Lebensmittel sicher verwenden

Gartenbohnen und viele andere Hülsenfrüchte sind nicht grundsätzlich roh essbar. Bestimmte rohe Bohnen enthalten Phasin, das Beschwerden verursachen kann. Iss frische Gartenbohnen daher nicht roh und beachte für die konkrete Art aktuelle Empfehlungen zur vollständigen Zubereitung. Bohnen aus dem Garten nicht mit unbekannten Wildpflanzen verwechseln. Für eine geprüfte Einordnung zur Lebensmittelsicherheit siehe die Information des Bundeszentrums für Ernährung zu Gartenbohnen. Auch bei Erbsen und anderen essbaren Arten sollte klar sein, welche Sorte angebaut wurde und welcher Pflanzenteil zum Verzehr bestimmt ist.

Weitere Kulturen im Gemüsebeet

Eine sinnvolle Misch- oder Fruchtfolge lässt sich mit anderen Kulturen planen. Kürbis, Gurke und Zucchini benötigen viel Platz; Tomaten werden meist geschützt und getrennt nach ihrem Platzbedarf kultiviert. Paprika und Chili brauchen besonders warme, sonnige Bedingungen. Für Kräuter als Beetpartner gibt es eine eigene Kräuterübersicht. Wer auch Obst einplant, findet Informationen zu Obst im Garten. Plane die Nachbarschaft nicht nach starren Mischkultur-Listen, sondern nach Licht, Wasser, Wuchshöhe und der Fruchtfolge am eigenen Standort.

 

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