Zum Inhalt

Sonnenblumen vom Saatkorn bis zur reifen Blüte

Sonnenblumen bringen Höhe, Farbe und später auch Samen in den Garten. Für die Auswahl ist zuerst wichtig, ob eine einjährige Sommerblume oder eine mehrjährige Staude gesucht wird: Die Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus) wächst aus Saatgut innerhalb einer Saison, während Staudensonnenblumen über Jahre wiederkommen und sich je nach Art ausbreiten können. Wer Sorte und Platz aufeinander abstimmt, kann die Pflanzen im Beet, am Zaun oder im großen Kübel kultivieren.

Sonnenblume mit Hummel auf der Blütenmitte Eine Hummel sammelt an der Blütenmitte einer gelben Sonnenblume. Foto: Sunflowers

Einjährige Sonnenblume oder Staude?

Bei einjährigen Sorten reicht die Spannweite von kompakten Pflanzen für Gefäße bis zu sehr hohen Sorten mit kräftigem Einzelstängel. Neben klassischen gelben Blüten gibt es Sorten mit dunkler Mitte, bronzefarbenen oder rötlichen Zungenblüten sowie gefüllte Formen. Hohe Sorten setzen einen Blickfang und eignen sich als lockerer Sichtschutz; niedrigere, verzweigte Sorten passen besser in gemischte Beete. Prüfen Sie die angegebene Endhöhe und den Platzbedarf auf der Saatguttüte, denn die Werte unterscheiden sich deutlich.

Staudensonnenblumen sind keine vergrößerten einjährigen Sonnenblumen. Sie bilden dauerhafte Bestände und sind in größeren Beeten oder am Rand eines Grundstücks sinnvoll. Vor dem Kauf sollte geklärt werden, ob die gewählte Art horstig wächst oder Ausläufer bildet. Geben Sie ihr nur dann einen festen Platz, wenn Ausbreitung und Höhe in die Beetplanung passen. Weitere mehrjährige Arten finden Sie im Überblick zu Staudenpflanzen und in den Ideen zum Staudengarten.

Standort und Boden vorbereiten

Sonnenblumen blühen am zuverlässigsten an einem sonnigen, warmen Platz. Der Boden sollte Wasser speichern können, zugleich aber überschüssiges Wasser ableiten. Lockern Sie verdichtete Erde vor der Aussaat und arbeiten Sie reifen Kompost maßvoll ein. Sehr nährstoffreiche, ständig gedüngte Erde ist nicht nötig: Übermäßige Stickstoffversorgung kann viel Blatt- und Stängelmasse fördern, ohne die Pflanze standfester zu machen. In schweren, nassen Böden hilft ein leicht erhöhtes Beet oder ein anderer Standort mehr als häufiges Nachdüngen.

Berücksichtigen Sie Wind und Nachbarpflanzen. Hohe Stängel können bei Gewitter oder auf zugigen Flächen umknicken und werfen Schatten. Setzen Sie sie deshalb an eine geschützte Stelle und lassen Sie kleineren Blumen ausreichend Licht. Sonnenblumen lassen sich gut mit anderen Gartenblumen kombinieren; die jeweilige Endhöhe sollte im Pflanzplan berücksichtigt werden.

Aussaat: direkt ins Beet oder vorziehen

Die einfachste Methode ist die Direktsaat, sobald der Boden im Frühjahr ausreichend erwärmt und keine stärkere Frostgefahr mehr zu erwarten ist. Säen Sie einzelne Kerne etwa zwei bis drei Zentimeter tief in lockere Erde. Der Abstand richtet sich nach der Sorte: Für große Pflanzen braucht es deutlich mehr Raum als für Zwergformen. Eine Handvoll Saatgut dicht in ein kleines Loch zu legen ergibt später meist bedrängte, schwächere Pflanzen. Bei mehreren Körnern pro Stelle können Sie nach dem Auflaufen die kräftigste Pflanze stehen lassen und die übrigen vorsichtig versetzen oder entfernen.

Wer früher beginnen möchte, kann einzelne Samen in Töpfen vorziehen. Das junge Wurzelsystem reagiert empfindlich auf Verletzungen; pflanzen Sie den Ballen daher behutsam aus und härten Sie die Jungpflanzen zuvor schrittweise an Außenbedingungen ab. Halten Sie das Saatbeet gleichmäßig feucht, aber nicht vernässt. Sobald die Keimlinge etabliert sind, wird nach Bedarf gegossen, besonders während längerer trockener Phasen.

Eine verständliche Schrittfolge zu Aussaat, Pflanztiefe und Pflege bietet der Sunflower-Growing-Guide der Royal Horticultural Society (englisch).

Anzeige

Wasser, Halt und laufende Pflege

Große Blätter verdunsten viel Wasser. Gießen Sie deshalb bei Trockenheit durchdringend am Boden, statt täglich nur die Oberfläche anzufeuchten. In Gefäßen trocknet das Substrat schneller aus; ein ausreichend großer Kübel mit Abzugslöchern ist wichtiger als ein kleiner Topf mit häufigem Dünger. Eine dünne Mulchschicht kann die Verdunstung im Beet begrenzen, sollte den Stängel aber nicht dauerhaft feucht umschließen.

Hohe oder exponiert stehende Pflanzen können frühzeitig eine Stütze erhalten. Binden Sie locker mit breitem, weichem Material an, damit der Stängel nicht eingeschnürt wird. Ein windgeschützter Standort und genügend Wurzelraum sind die bessere Grundlage als ein straff gespanntes Band. Entfernen Sie Seitentriebe nicht routinemäßig: Ob eine Sorte verzweigt oder einen großen Hauptkopf bildet, ist Teil ihres Wuchstyps.

Blüte, Schnitt und Samen

Je nach Aussaatzeit, Sorte und Witterung erscheinen die Blüten im Sommer bis in den frühen Herbst. Die gelben Randblüten sind nicht die eigentlichen Samen; diese entwickeln sich aus den kleinen Einzelblüten in der Mitte des Korbblütenstands. Die jungen Knospen richten sich im Tagesverlauf zur Sonne aus. Ausgewachsene Blütenköpfe bewegen sich gewöhnlich nicht mehr mit der Sonne. Für die Vase schneiden Sie den Stängel, wenn die Blüte gerade geöffnet ist, und stellen ihn sofort in frisches Wasser.

Sollen Samen reifen, lassen Sie einige Köpfe stehen, bis die Rückseite nachdunkelt und die Samen gefüllt sind. Schützen Sie den Bestand bei Bedarf vor Vögeln, ohne Tiere zu gefährden; alternativ können Sie einen Teil der reifen Köpfe als Futterquelle stehen lassen. Saatgut für die nächste Aussaat sollte nur von samenfesten Sorten und gesunden Pflanzen gesammelt werden. Hybridsorten können in der nächsten Generation andere Eigenschaften zeigen.

Typische Probleme erkennen

Schlaffe Blätter an einem heißen Nachmittag bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanze dauerhaft geschädigt ist. Prüfen Sie die Feuchte in der Wurzelzone und gießen Sie erst, wenn der Boden tatsächlich abtrocknet. Umgeknickte Stängel entstehen oft durch Wind, zu dichte Pflanzung oder übermäßige Höhe am ungeschützten Standort. Fraß an Keimlingen lässt sich durch regelmäßige Kontrolle und einen sicheren Start der Saat begrenzen. Bei Blattflecken oder Verfärbungen sollte zunächst die Ursache geprüft werden, statt vorschnell Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Für ein stimmiges Beet lassen sich Sonnenblumen mit niedrigeren Sommerblumen oder mit frühen Zwiebelblumen kombinieren. Inspiration für eine andere einjährige Blütenpflanze bietet der Beitrag über Tagetes; auch Stiefmütterchen und Tulpen zeigen, wie unterschiedliche Wuchshöhen und Blütezeiten im Garten zusammenspielen.

 

Anzeige