Kiesgarten
Wer seinem Garten nicht täglich Zeit widmen kann, ist mit einem Kiesgarten gut beraten. Hierunter versteht man nicht den typischen japanischen Zen-Garten, sondern eine dem Steingarten und Dachbegrünungen verwandte Gestaltungsform, die sich besonders für trockene Partien eignet, jedoch auch in weniger günstigen Lagen wie schattigen oder feuchten Gärten möglich ist.
Nach Entfernung der obersten Erdschicht wird grobkörniges, wasserlässiges Substrat ausgebracht, in welches die zuvor gut gewässerten Pflanzen direkt gesetzt werden können. Anschließend wird der Kies großzügig verteilt. Zumeist muss wenig gegossen werden, dann jedoch mit regelmäßigen Düngergaben. Hacken und Jäten entfällt fast ganz, denn unerwünschte Planzen haben in diesem Umfeld kaum eine Chance. Nicht frostharte Stauden müssen besonders in den ersten Wintern gut geschützt werden.
Ein Kiesgarten kann auch vom Laien angelegt werden, wobei es sich empfiehlt, zuvor bei Fachleuten Rat einzuholen; oft kann bereits der Pflanzenhändler des Vertrauens die grundsätzlichen Ratschläge erteilen. Für diese Gartenform empfehlen sich in sonniger Lage besonders Pflanzen, die höhere Temperaturen vertragen und zeitweise mit verhältnismäßig wenig Feuchtigkeit auskommen. Hierzu zählen die meisten Gräser (Bambus ist ein Gras!), Scharfgarben, sämtliche Steingartenpflanzen, Wolfsmilchgewächse, aber auch Gehölze wie viele Ahorn, Buchsbaum und Koniferen. Zwiebel- und Knollengewächse bieten weitere Abwechslung.
Der Kies kann für den gesamten Garten eine Körnergröße aufweisen, jedoch lassen sich durch die Kombination verschiedener Korngrößen und Texturen (rund, kantig, rau, glatt) interessante Effekte erzielen. Bedacht werden muss, dass besonders heller Kies das Licht sehr stark reflektiert, so dass der Garten sehr hell - also auch kahl oder blendend - wirken kann, wenn nicht durch geschickte Bepflanzung sowie Objekte gegengesteuert wird.
Um über das ganze Gartenjahr Freude am Kiesgarten zu haben, sollte bereits bei der Planung an die zu erwartende Blühfolge gedacht werden. Immergrüne Stauden und Gehölze beleben den Garten in den Wintermonaten; bunter Beerenschmuck liefert Farbtupfer, die trockenen Blütenstände beispielsweise von Gräsern interessante Strukturen. Überhaupt bietet sich für einen Kiesgarten eine graphische Gestaltung an mit verschiedenen Oberflächen, Licht- und Schattenspielen, Strukturen sowie inszenierten Blickrichtungen auf beispielsweise Kunstobjekte oder einen die formale Strenge belebenden Brunnen oder Bachlauf.
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