Schrebergarten
Der Schrebergarten gilt als typisch deutsch, vor allem als typisch ostdeutsch. Ein Gebiet, das etwas außerhalb der Stadt, am Rande eines Wohnbezirks, liegt, wird in Parzellen geteilt und anschließend verpachtet. Wer einen solchen Schrebergarten pachten möchte, muss dem Verein beitreten, der das Ganze verwaltet.
Es wird eine Kaution verlangt und jährlich fallen Strom- und Wasserkosten, Vereinsbeiträge oder die Straßenreinigung an. Meistens gibt es Vorlagen, dass in dem Garten Obstbäume oder sonstige Nutzpflanzen angebaut werden müssen. Ein Schrebergarten besteht also aus mehr als nur einer grünen Rasenfläche.
Schrebergärten sind die persönlichen Naherholungsgebiete der Städter. Am Wochenende pilgern sie dorthin um Luft zu holen und sich der Gartenarbeit zu widmen. Jeder Schrebergarten hat eine kleine Laube. Bei Regen können sich die Hobbygärtner darin zurückziehen, es dient auch zur Geräteaufbewahrung. Ein beliebter Zeitvertreib sind Grillpartys, zu denen Bekannte eingeladen werden.
Der Schrebergarten kam Ende des 19. Jahrhunderts auf, damals in Leipzig. Zuerst sollte er als Platz dienen, in dem Kinder gefahrlos spielen können. Ein Leipziger Arzt, Dr. Schreber, war auf diese Idee gekommen. Er war der Namensgeber der kleinen Gärten. Seine Schrebergarten Anlage steht nun unter Denkmalschutz.
Doch die Idee war nicht neu. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Kleingärten vermietet, in denen Arme Nutzpflanzen anbauen konnten, um der Gefahr der Nahrungsmittelknappheit und des Hungers zu entgehen. Auch später, in Zeiten des Kriegs, lag der Fokus wieder auf dem Zweck der besseren Ernährung. Heute sind die Kleingarten bei Stadtbewohnern beliebter denn je, weil sie so ihre Freizeit im Garten und der grünen Natur verbringen können.
In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als eine Million Schrebergärten. Aber auch im Rest von Europa hat sich dieser Trend verbreitet. Das zeigt, dass für Städter die Natur inzwischen zu etwas Besonderem geworden ist.
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