Klostergarten
Der Klostergarten gilt als einer der ältesten Gärten in unseren Regionen. Da Klöster im Sinne der Nächstenliebe auch als Krankenlager dienten, war der Hauptzweck dieser Gärten immer, möglich viele Kräuter anzupflanzen, die die Heilung unterstützen sollen. Auch die Eigenversorgung des Klosters sollte durch Gemüse und Früchte weitestgehend möglich gemacht werden.
Dabei wurde weniger Wert auf das schönere Äußere des Gartens gelegt, sondern viel mehr auf dessen Zweck. Dies unterscheidet die Ziele des Klostergartens von denen der meisten anderen Gartentypen.
Ob nun Ringelblumensalben, Salbeitee oder gesunde Rezepte mit Thymian. Viele dieser „Hausmittel“ haben wir heute den Klostergärten zu verdanken, die sich intensiv mit der Heilwirkung verschiedener Pflanzen beschäftigt haben. Dabei haben sie nicht nur an alte Heilkünste angeknüpft, sondern zahlreiche neue Wirkstoffe in Pflanzen entdeckt und gekonnt ausgenutzt.
Bei diesem Anspruch ist es kein Wunder, dass so mancher Mönch diesen Klostergarten als seine Lebensaufgabe sah. Sie waren in der Regel in den Mauern des Klosters zu finden und wurden in schlichten Beeten angelegt.
Neben der heilenden Wirkung der Pflanzen wurden sie auch im religiösen Sinne interpretiert. Die ganzjährig grüne Pflanze Rosmarin, sowie auch der Efeu standen symbolisch für ein Leben nach dem Tod. Der natürliche Vorgang der Jahreszeiten, der die Pflanzen zur Blüte, zu Reife und danach zum Absterben während der Wintermonate bringt, erhielt ebenfalls eine tiefe Bedeutung und stellte das Leben dar. Dass die Pflanzen nach dem Winter wieder neu trieben und zu Blühen begannen, war ein Symbol der Hoffnung auf ein ewiges Leben.
Heute noch werden in Klostergärten verschiedene Kräuter, Gemüse und Obst angepflanzt, was die Selbstversorgung stärkt. Nonnen und Mönche kümmern sich in ihrem jeweiligen Klostergarten liebevoll um das Gedeihen der Pflanzen und ernten die Früchte, wenn sie reif sind und stellen aus Heilkräutern entsprechende Heilmittel her.
Einige Begriffe des Klostergartens sind uns auch heute noch erhalten geblieben. So geht zum Beispiel die Namensgebung des Frauenschuhs auf die Marienverehrung zurück.
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