Botanischer Garten
Ein Botanischer Garten ist meistens einer Universität oder Hochschule zugeordnet und dient der Sammlung, Bestimmung und Erforschung von Pflanzen aus allen Erdteilen. Historische Botanische Gärten entstanden oft schon im 16. Jahrhundert. Da die klimatischen Bedingungen für die meisten exotischen Pflanzen nicht geeignet waren, wurden sie in Gewächshausanlagen gehalten, die mit Koks oder Holz beheizt werden mussten. Oft waren die Namen der Pflanzen nicht bekannt oder man kannte nur die volkstümlichen Namen und beschrieb sie nach ihrem Aussehen und dem beobachteten Verhalten. Erst der schwedische Forscher Carl von Linné ordnete die Pflanzen nach der Struktur ihrer Blütenorgane und entwickelte die binäre Nomenklatur, nach der die Pflanzen einen Gattungsnamen und eine Artenbezeichnung erhielten. Nach diesem System konnten Botanische Gärten dann arbeiten und sie wurden Stätten der Lehre und Forschung für die Botanik.
Botanische Gärten bestehen heute oft aus historischen und modernen Anlagen. In den Gewächshausanlagen wachsen und gedeihen die Pflanzen aus tropischen und subtropischen Gebieten. In den Arboreten sind Sammlungen von Bäumen und Sträuchern aus europäischen, asiatischen und amerikanischen Ländern, die in unseren Breiten im Freien wachsen können. Einige Botanische Gärten haben ein Pinetum, also eine Sammlung aus Nadelgehölzen. In einem Alpinum wiederum findet man Kiefernarten, Rhododendren und andere Arten des alpinen Raums.
Als Beispiel für einen Botanischen Garten soll hier der Botanische Garten der Ernst-Moritz-Arndt-Universität erwähnt werden, der 1763 als Arzneipflanzengarten entstand und ein Jahr später schon Akademischer Garten hieß. Nach den Plänen des Prof. Julius Münter wurde dann 1886 ein 2 ha großer Komplex aus Gewächshäusern gebaut, der auch heute noch mit seinem Palmenhaus, dem Kalt- und dem Warmhaus den Kern des Botanischen Gartens bildet. Inzwischen gibt es 16 Gewächshäuser mit exotischen und beliebten Pfanzen, von denen die Hälfte für interessierte Bürger geöffnet werden. Ströme von nächtlichen Besuchern finden sich zum Beispiel ein, wenn das Blühen der Königin der Nacht angekündigt wird.